Neu-Oerlikon - ein neuer Stadtteil entsteht

Neu-Oerlikon ist die offizielle Bezeichnung für ein Quartier, das in der Planungsphase als Zentrum Zürich Nord bezeichnet wurde. Gemeint ist das 55 Hektar grosse Gebiet nordwestlich des Bahnhofs Zürich-Oerlikon. Dort, wo einst ein Industrieareal war (zunächst Maschinenfabrik Oerlikon, später Brown Boveri BBC und Asea Brown Boveri ABB, Accu Oerlikon u.a.), entstehen nun Wohn- und Büroräume. Dadurch mischen sich modernste Bauten mit alter Industriearchitektur. Geprägt wird der neue Stadtteil durch fünf Parks: den Oerliker Park, den MFO-Park, den Louis-Häfliger-Park, den Wahlenpark und den Gustav-Ammann-Park.

Grün Stadt Zürich gibt einen Überblick über die Parks im Quartier, und das Hochbaudepartement der Stadt Zürich hat eine kurze Beschreibung des Planungsgebietes Neu-Oerlikon.

Bei verschiedenen Anlässen haben die Bewohner beklagt, dass das Quartier noch keine Identität hat. Manche Neuzuzügler denken, das Viertel sei auf der grünen Wiese entstanden, viele andere wissen auch nur, dass “hier früher mal Industrie war”. Bei den Diskussionen um die Namensgebung für das neue Quartier wurde oft deutlich, dass man die Geschichte dieses Ortes nicht kannte.

Oerlikon war um 1870 eine kleine Gemeinde (zu Schwamendingen gehörend) mit einem winzigen  Dorfkern und etwa 730 Einwohnern. Den Bahnhof wollte man nicht nahe des Ortskerns haben, er wurde nördlich  davon angelegt. 1876 entstand die “Werkzeug- und Maschinenfabrik Oerlikon” und mit ihr kam die Industrialisierung nach Oerlikon und die Gemeinde wuchs in rasantem Tempo. Bereit 1894 zählte man 2’550 Einwohner, 1910 waren es schon 5’807 ! In Oerlikon wurde damals ähnlich wie heute in kurzer Zeit sehr viel gebaut, und die, die durch die Industrialisierung zu Geld gekommenen waren, bauten mondäne Villen mit Stuck und Verzierungen, wie man sie in den grossen europäischen Städten gesehen hatte; sie verleihen dem Ort ein ganz eigenes Gepräge wie man es in anderen Zürcher Vororten nicht findet.

Südlich des Bahnhofs entstand das “alte” neue Oerlikon. Der Bahnhof und die MFO, zusammen mit all den anderen Betrieben, die aus ihr entstanden oder ihr gefolgt sind, waren die Initialzündung für die Entstehung Oerlikons wie wir es heute kennen!

Die Stadt Zürich hat erkannt, dass es sich lohnt, einen Teil der MFO-Gebäude als Zeugnisse der Industrialisierung  zu erhalten. Mit dem Krokodil und der Ausstellung kann die Erinnerung und das Erbe der MFO present gehalten werden. Und somit erhalten die Bewohner des Quartiers auch ein Identifikationssymbol, und ein Symbol für die Geschichte dieses Ortes, der eben nicht auf der grünen Wiese aus dem Boden gestampft wurde. Jede “Heimat” braucht ihre Geschichte!